Liebe Filmemacher,
wir haben uns gestern Ihren tollen Film per DVD angesehen. Er hat uns sehr gut gefallen und vor allem sehr berührt. Wir haben die sehr schönen Bilder und die tolle Musik einfach nur genossen. Sir Simon Rattle ist ein unglaublich sympathischer, kluger Mann und Dirigent, um den wir hier in Deutschland so froh sein können und dem man stundenlang zuhören könnte. Der Film hat aber auch sehr viel vom Leben erzählt. Gemeinsam als Gruppe etwas so "übersinnliches" zu erschaffen, was als erstklassiger Musiker das schönste der Welt sein muss. Wir können so etwas ja nur erahnen. Aber, was mich auch berührt hat, und was leider wohl auch für das Leben steht, war das Thema der Gruppe: des Dazugehörens, sich Respekt verschaffen, keine Schwäche zeigen, der Kampf des Durchsetzens und der ewige Leistungsdruck. Leider ist mir dabei die etwas tragische Geschichte der Picolloflötenspielern, was ja mit dem Film auch gnadenlos öffentlich gemacht wurde, etwas nahe gegangen. Wir haben uns nach dem sehr nüchternen Abspann gefragt, was aus ihr geworden ist. Es war eine gnadenlose Niederlage für Sie. Obwohl sie wahrscheinlich eine erstklassige Musikerin ist, die außerdem einen sehr sympathischen, sensiblen Eindruck machte. Was ist mit der sozialen Gruppe, die zusammenhalten will und den ein oder anderen mitziehen will und kann? Viele Musiker schilderten davon, dass es anfangs schwierig war, und eher einem Kampf glich. Muss man das dann auch nach unten weitergeben? Dieser emotionale Nebenschauplatz des wunderbaren Films fand ich im nachhinein etwas erschreckend und enttäuschend, weil es doch in der Musik so viel um Sensibilität und Gemeinschaft gehen sollte! Da passte das Zitat des Cellisten doch sehr gut, dass es im Grunde doch nur um Leistungswille und -fähigkeit, Anerkennung und vor allem die eigene Karriere geht. Das ist traurig. Ist es doch ein Spiegelbild unserer egoistischen Leistungsgesellschaft, in der die Herzenskälte siegt und es für die Sensiblen keinen Platz gibt. Man könnte die Leistung auch anders bringen – mit einem menschlicherem Umgang und Miteinander. (darin steckt so viel mehr Potential) Was ist aus V. Reibel geworden? Es wäre einfach schön gewesen etwas mehr darüber zu erfahren, weil sie uns ja schließlich den ganzen Film begleitet hat. Vielleicht, dass die Niederlage auch etwas Gutes hatte, oder dass sich dafür eine neue Tür öffnete? Das sind ja nur Vermutungen, die wir ihr aber von Herzen wünschen. Bitte verstehen Sie die Kritik nicht falsch. Wir fanden den Film wunderbar, nur das wäre das emotionale i-Pünktchen gewesen, der den Film und das Thema warmherziger gemacht hätte. Gerade wenn der Film sich auch an Schüler wendet, sollte das ein Thema sein – vor allem in den heutigen Zeiten.
Liebe Grüße,
Nicola
wir haben uns gestern Ihren tollen Film per DVD angesehen. Er hat uns sehr gut gefallen und vor allem sehr berührt. Wir haben die sehr schönen Bilder und die tolle Musik einfach nur genossen. Sir Simon Rattle ist ein unglaublich sympathischer, kluger Mann und Dirigent, um den wir hier in Deutschland so froh sein können und dem man stundenlang zuhören könnte. Der Film hat aber auch sehr viel vom Leben erzählt. Gemeinsam als Gruppe etwas so "übersinnliches" zu erschaffen, was als erstklassiger Musiker das schönste der Welt sein muss. Wir können so etwas ja nur erahnen. Aber, was mich auch berührt hat, und was leider wohl auch für das Leben steht, war das Thema der Gruppe: des Dazugehörens, sich Respekt verschaffen, keine Schwäche zeigen, der Kampf des Durchsetzens und der ewige Leistungsdruck. Leider ist mir dabei die etwas tragische Geschichte der Picolloflötenspielern, was ja mit dem Film auch gnadenlos öffentlich gemacht wurde, etwas nahe gegangen. Wir haben uns nach dem sehr nüchternen Abspann gefragt, was aus ihr geworden ist. Es war eine gnadenlose Niederlage für Sie. Obwohl sie wahrscheinlich eine erstklassige Musikerin ist, die außerdem einen sehr sympathischen, sensiblen Eindruck machte. Was ist mit der sozialen Gruppe, die zusammenhalten will und den ein oder anderen mitziehen will und kann? Viele Musiker schilderten davon, dass es anfangs schwierig war, und eher einem Kampf glich. Muss man das dann auch nach unten weitergeben? Dieser emotionale Nebenschauplatz des wunderbaren Films fand ich im nachhinein etwas erschreckend und enttäuschend, weil es doch in der Musik so viel um Sensibilität und Gemeinschaft gehen sollte! Da passte das Zitat des Cellisten doch sehr gut, dass es im Grunde doch nur um Leistungswille und -fähigkeit, Anerkennung und vor allem die eigene Karriere geht. Das ist traurig. Ist es doch ein Spiegelbild unserer egoistischen Leistungsgesellschaft, in der die Herzenskälte siegt und es für die Sensiblen keinen Platz gibt. Man könnte die Leistung auch anders bringen – mit einem menschlicherem Umgang und Miteinander. (darin steckt so viel mehr Potential) Was ist aus V. Reibel geworden? Es wäre einfach schön gewesen etwas mehr darüber zu erfahren, weil sie uns ja schließlich den ganzen Film begleitet hat. Vielleicht, dass die Niederlage auch etwas Gutes hatte, oder dass sich dafür eine neue Tür öffnete? Das sind ja nur Vermutungen, die wir ihr aber von Herzen wünschen. Bitte verstehen Sie die Kritik nicht falsch. Wir fanden den Film wunderbar, nur das wäre das emotionale i-Pünktchen gewesen, der den Film und das Thema warmherziger gemacht hätte. Gerade wenn der Film sich auch an Schüler wendet, sollte das ein Thema sein – vor allem in den heutigen Zeiten.
Liebe Grüße,
Nicola

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