
Hong Kong
Shanghai - Hong Kong 1.220 km
Samstag, 12.11.2005 Ankunft in Hong Kong
Sonntag, 13.11.2005 1. Konzert Hong Kong Cultural Centre (Eroica)
Montag, 14.11.2005 2. Konzert Hong Kong Cultural Centre (Heldenleben & Asyla)
Dienstag, 15.11.2005 erster freier Tag
Mittwoch, 16.11. 2005 Weiterflug nach Taipeh
Weblog-Eintrag vom 15.11.2005, Klaus Wallendorf
Nach Jahrzehnten globalen Wirkens versucht der erfahrene Tourneemusiker, die beim Ablatschen bildungsdienlicher Sightseeing-Parcours verbrauchte Tagesenergie abends auf dem Konzertpodium in ungebremste Spielfreude umzuwandeln. Den Reaktionen des Publikums zufolge absolvieren wir gerade eine ausgesprochen erfolgreiche Tournee, und ich hoffe, wir dürfen wiederkommen, denn allzu vieles ist noch unbesichtigt geblieben.
Vielleicht können wir ja die uns entgangenen Impressionen eines Tages in Thomas Grubes Trip To Asia wiederfinden. Jedenfalls hat die Allgegenwart des Filmteams schon bewirkt, dass ich mir eine Konzertreise ohne diese sympathischen Chronisten kaum noch vorstellen mag. Sie sind anscheinend überall, und so wundert es mich nicht, dass der klangbesessene Tonabnehmer Simon S. auch die Hochhausdächer nach Höreindrücken absucht. (Er muss ja nicht, wie unsereins, im achten … äh …Stock hausen.)
Weblog-Eintrag vom 16.11.2005, Alberto Venzago
Heute spielen sie wirklich wie Engel! Energie pur. Das Konzert wird live auf drei Bildschirmen um das Kulturzentrum übertragen. Im Hintergrund die Skyline von Hongkong. Millionen Lichter spiegeln sich im Wasser. Und mitten im Adès geht eine lautlose Lasershow los, gebündeltes Licht schießt aus den Spitzen der Hochhäuser auf der andern Seite des Hafenbeckens in den Nachthimmel. In meinem Kamerasucher wirken die aufgezoomten Gesichter entrückt. Nicht von dieser Welt. Keine Asiaten, keine Europäer, alles verschmilzt. Ich würde gerne tiefer sehen können. Durch ihre Augen in die Seele. Aber eben, ich bleibe immer nur Beobachter. Und die Gesichter bleiben Abbilder eines Momentes. C’est pas une image juste, c’est juste une image.
Während ich dies im Hotel in Taipei schreibe, übt mein Nachbar Posaune. Tonleiter rauf und runter. Wie die Leuchtdioden am Aufzug. Ich erinnere mich an ein Fotobuch von einer Tournee der Berliner Philharmoniker in den 80er Jahren durch Japan. Damals hieß es, Björn Borg sei fluchend am Hotelempfang aufgetaucht: “Stop that fucking hornplayer“.



